Lesotho

Lesotho gehört mit zu den ärmsten Ländern weltweit. Ungefähr 40 % der Bevölkerung müssen mit weniger als 1,25 US Dollar pro Tag überleben.Von den knapp 2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern des Königreichs Lesotho haben 1,4 Millionen keinen Zugang zu einer sanitären Grundversorgung.

Das sind 71 % der gesamten Bevölkerung, die ihr „Geschäft“ im freien Feld oder in ungesicherten sanitären Einrichtungen verrichten müssen. In Lesotho stellen Durchfallerkrankungen die häufigste gesundheitliche Beeinträchtigung überhaupt dar, verbunden mit einer sehr hohen Zahl an Todesfällen, insbesondere bei Kindern unter 12 Jahren.

Die BORDA Partnerorganisation TED (Technologies for Economic Development) setzt sich in Lesotho auf vielfältige Weise für die nachhaltige Verbesserung der Situation der Bevölkerung ein. TED baut dezentrale Kläranlagen, die nicht nur Mensch und Umwelt schützen, sondern gleichzeitig Biogas produzieren, das zum Kochen oder Heizen verwendet werden kann. Darüber hinaus wird das nährstoffreiche, gereinigte Abwasser im Gartenbau genutzt. Weiterhin ist TED in Kampagnen zur Umwelt- und Hygieneerziehung aktiv.

Mali

Mali zählt als ressourcenarmer und vom Klimawandel besonders betroffener Staat zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Bekämpfung der Armut und die Ernährungssicherung standen schon vor der Krise ganz oben auf der politischen Agenda. Seit 2012 mussten aufgrund der Konflikte rund 500.000 Menschen aus ihren Heimatorten fliehen und in anderen Landesteilen Malis oder außerhalb des Landes Zuflucht suchen.

BORDA engagiert sich vorrangig in den besonders betroffenen Regionen im Norden Malis – Timbuktu, Rharus und Dogonland.Im Fokus steht dabei die Stärkung der Resilienz der Menschen und Institutionen gegenüber den Auswirkungen und Folgen der aktuellen Krise und des gewaltsamen Konfliktes in Nord-Mali sowie Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen.

Hierbei werden Maßnahmen zur Ernährungssicherheit und zur Schaffung nachhaltiger landwirtschaftlicher Produktionsbedingungen eingesetzt, einschließlich Beschäftigungsförderung und Wiederherstellung erforderlicher Infrastruktur.

Ein weiterer Projektschwerpunkt ist die Einführung und Verbreitung innovativer, dezentraler Versorgungssysteme für Energie, Wasser und Abwasserbehandlung im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzung. Konkret geht es hierbei um die Einführung und Verbreitung der Stirling-Technologie. Diese wurde gemeinsam mit dem lokalen Partner Centre Pere Michelle (CPM) in dessen Werkstätten getestet und Seminare zur Identifikation von Anwendungsfeldern in der Landwirtschaft durchgeführt.

Sambia

Auch wenn Sambia mittlerweile ein politisch recht stabiles Land ist, lebt ein Großteil der Bevölkerung in Armut. Etwa 50 % der fast 13,5 Millionen Menschen in Sambia hat keinen oder nur unzureichenden Zugang zu sanitären Ver- und Entsorgungssystemen. Die hygienischen Bedingungen und die Infrastruktur sind noch lange nicht ausreichend. Damit einhergehen eine extrem hohe Kindersterblichkeit und eine geringe Lebenserwartung, die auch auf die hohe Infektionsrate mit HIV zurückzuführen ist.In Sambia ist BORDA seit 2007 aktiv. Ziel ist die Versorgung schnell wachsender städtischer Armutsgebiete.

Dabei liegt der Fokus auf der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften der Abwasserwirtschaft sowie auf der technischen Unterstützung und Betreuung der örtlichen Stadtwerke bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb dezentraler Infrastruktur zur Abwasserbehandlung. Finanziert wird diese Infrastruktur durch einen Sonderfonds des sambischen Devolution Trust Fund (DTF). BORDAs strategischer Partner und Bildungsträger bei der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken ist der sambische Dachverband WASAZA (Water and Sanitation Association of Zambia). Darüber hinaus werden kleine Handwerksbetriebe in der Planung, dem Bau und Betrieb von derzeit stark nachgefragten landwirtschaftlichen Biogasanlagen ausgebildet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung technischer Lösungen und nachhaltiger Geschäftsmodelle für die Sammlung und Behandlung von Fäkalschlamm aus Grubenlatrinen und Klärgruben. Gemeinsam mit der britischen NGO WSUP (Water & Sanitation for the Urban Poor) arbeitet BORDA so an einer Verbesserung der Abwasserentsorgung in städtischen Gebieten, in denen die Bevölkerung in absehbarer Zeit keinen Anschluss an eine Kanalisation erhalten wird. Ein erstes Projekt in Lusakas Stadtteil Kanyama ist 2010 in Betrieb gegangen.

Südafrika

Geschätzte 18 Millionen Südafrikanerinnen und Südafrikaner haben noch keinen oder nur unzureichenden Zugang zu sanitärer Grundversorgung. Hinzu kommt eine zunehmende Anzahl mangelhaft geplanter und betriebener Abwassersysteme.

In Durban arbeitet BORDA seit 2006 an dem Ausbau der Abwasserinfrastruktur in nicht versorgten städtischen Randgebieten, vor allem für die Menschen in informellen Siedlungen und Schulen. Der Fokus der Arbeit in Südafrika liegt auf der anwendungsbezogenen Forschung und Entwicklung von dezentralen Abwasserbehandlungssystemen. In Kooperation mit der University of KwaZulu-Natal (UKZN), Durbans Stadtwerken EWS (eThekwini Water and Sanitation) und der lokalen NGO DES (Decentralised Environmental Solutions) wurde 2010 die Forschungs- und Demonstrationsanlage Newlands Mashu in Betrieb genommen. Die Anlage reinigt das Abwasser von mehr als 80 Haushalten und dient darüber hinaus den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit einzelner Reinigungsstufen. Im Zuge langfristig angelegter Studien wird im Labor die hygienisch sichere Verwendung des geklärten Abwassers im Obst- und Gemüseanbau untersucht. Die Forschungsergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Technologie zur dezentralen Abwasserbehandlung ein und helfen bei der Identifizierung von Wertschöpfungspotentialen für Energie, Wasser und Nährstoffe.

Darüber hinaus kooperiert BORDA mit HERING South Africa, einem privaten Unternehmen, das sanitäre Einrichtungen und dezentrale Abwasserbehandlungssysteme aus Betonfertigteilen zum Einsatz in Schulen und informellen Siedlungen herstellt und vertreibt.

Tansania

In Tansania leben rund 41 Millionen Menschen. Insbesondere in städtischen Gebieten wächst die Bevölkerung rasant. In den städtischen informellen Siedlungen haben die Menschen meist keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Wasser, Abwasser- und Abfallentsorgungssystemen.In Dar es Salaam besitzen weniger als 20 % der insgesamt mehr als 4,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner einen Anschluss an ein Abwassernetz.

Eine nicht vorhandene oder unzureichende Abwasser- und Abfallentsorgung hat nicht nur schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung und die Umwelt, sondern auch auf die Wirtschaft und das Einkommen der Menschen.

BORDA ist seit 2007 in Tansania aktiv. Seit 2010 werden BORDAs Aktivitäten im südlichen und östlichen Afrika vom Regionalbüro in der Hauptstadt Dar es Salaam koordiniert. Schwerpunkt der Arbeit in Tansania ist die Entwicklung von technischen Lösungen und Geschäftsmodellen für das Abwasser-, Klärschlamm- und Abfallmanagement in städtischen und randstädtischen Armutsgebieten. Gezielte Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen, in Verbindung mit einer qualifizierten Betreuung und Begleitung lokal ausgeführter Demonstrationsprojekte, zielen auf die Vermittlung von Fachkenntnissen an die gesamte Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft. Dazu kooperiert BORDA mit einer Vielzahl von Partnern: Die tansanischen NGOs EEPCO (Environmental Engineering and Pollution Control Organization), Nipe Fagio, die deutsche GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und die britische NGO WaterAid.

Gemeinsam mit WaterAid hat BORDA 2013 die Fäkalschlammbehandlungsanlage in Kigamboni, Dar es Salaam entwickelt und gebaut, mit dem Bezirksrat des Stadtteils Ilala in Dar es Salaam wurde im September 2013 der Kompost- und Recyclinghof Gongolamboto aufgebaut.