Ecuador

Ecuador ist eines der Länder mit der größten Artenvielfalt weltweit. Daher ist der Schutz der Umwelt besonders wichtig. Gleichzeitig hat Ecuador jedoch einen hohen Anteil armer Bevölkerungsschichten, besonders in den ländlichen Gebieten. Zudem hat ein Großteil der Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.Ganze Landstriche werden dort auf Grund der Förderung von Erdöl zerstört, mit fatalen Auswirkungen auf soziale Strukturen und die Umwelt.

Erste Sondierungsmaßnahmen von BORDA haben gezeigt, dass es im ländlichen Bereich einen hohen Bedarf an integralen Wasser- und Sanitärlösungen gibt, welche die Aspekte Mensch, Umwelt, Energie und Technik in einem ganzheitlichen Ansatz zusammenbringen.

Haiti

Haiti ist weiterhin das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Politische Instabilität aber auch Umweltzerstörung und Naturkatastrophen, wie verheerende Hurrikane oder das schwere Erdbeben von 2010, haben breite Bevölkerungsschichten verelenden lassen.80% der Haitianer leben von weniger als 2 US-Dollar am Tag, die meisten arbeiten im landwirtschaftlichen Sektor.

Krankheiten wie Cholera sind weit verbreitet, gerade in urbanen Zentren wie der Hauptstadt Port-au-Prince. Die sanitären Zustände stellen eine starke Gefährdung von Gesundheit und Umwelt dar.

Im Auftrag einer großen internationalen Organisation hat BORDA nach ersten Sondierungsmaßnahmen eine Studie zum Potenzial für DEWATS-Lösungen in der Hauptstadt Port-au-Prince durchgeführt. Die Studie zeigt, dass in diesem schwierigen Kontext dezentrale Lösungen sinnvoll sind, um häusliche Abwässer zu behandeln und damit die Gesundheit der Menschen zu verbessern und der gravierenden Gewässerverschmutzung entgegen zu wirken.

Kuba

Kuba bringt derzeit Reformen voran, die den Privatsektor stärken und eine gewisse Öffnung ermöglichen. Das Land weist zwar theoretisch hohe Standards auf, die jedoch in der Praxis häufig nicht vorhanden sind. Die Armut ist hoch, aber mit lokalen Partnern bietet insbesondere die Nutzung von Biogas und integrierten Abwasserprojekten mit Bezug zur Landwirtschaft Entwicklungspotenzial.Der Nachholbedarf in Ressourcenmanagement und Umweltschutz ist groß, insbesondere in den Bereichen Gewässerschutz und Siedlungshygiene.

Um Kuba in seinen Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, arbeitet BORDA zusammen mit dem Grupo Estatal de Trabajo (GTE) La Bahia an der Identifizierung und Formulierung von Maßnahmen im Bereich der Sanierung der Bucht von Havanna und deren Wassereinzugsgebiet. Mit Cubasolar, einer kubanischen NGO, wird an einem Vorhaben zur Unterstützung der Entwicklung des Biogasbetreibernetzwerkes gearbeitet. Im Bereich Siedlungshygiene wird mit verschiedenen Stadtverwaltungen der Unterstützungsbedarf geprüft. Im Januar 2014 wurde in Zusammenarbeit mit GTE La Bahia und 70 kubanischen Wissensträgern ein Planungsworkshop zum Stand und Handlungsbedarf im Sanierungsprozess der Bucht von Havanna durchgeführt.

Mexiko

In den letzten Jahrzehnten hat sich Mexiko zu einem regionalen Zentrum und einem aufstrebenden Schwellenland entwickelt und ist nun selbst aktiver Akteur in der regionalen Entwicklungszusammenarbeit. Doch obwohl der wirtschaftliche Erfolg Mexikos anhält, leben aufgrund der ungerechten Verteilung des Wohlstands noch etwa 20% der Menschen hier in Armut. Integrierte Lösungen für Hygiene und sanitäre Lösungen werden vor allem im ländlichen Raum, aber auch in peri-urbanen Gebieten benötigt.In Mexiko werden zwar die meisten Abwässer abgeleitet, aber es findet nur selten eine Reinigung statt. Nur wenige Akteure engagieren sich für eine nachhaltige sanitäre Grundversorgung für arme Bevölkerungsgruppen.

Aktuell finden in Mexiko Sondierungsaktivitäten der BORDA statt. In verschiedenen Gebieten des Landes wird die Situation von Siedlungen und deren Wassereinzugsgebieten bewertet. Zusammen mit mexikanischen Partnerorganisationen führt BORDA Trainings in den Bereichen dezentrale Lösungen für sanitäre Grundversorgung, DEWATS und EcoSan durch. Expertinnen und Experten der mexikanischen Partner wurden in Indien fortgebildet und befähigt, weitere mexikanische Fachleute zu schulen. So wurden deren lokale Aktivitäten im Bereich der dezentralen Sanitärversorgung um DEWATS-Konzepte erweitert.

Nicaragua

Das vor allem ländlich geprägte Nicaragua ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Wirtschaftlich wenig schlagkräftig, leidet auch die Entwicklung von grundlegender Infrastruktur wie der sanitären Versorgung und der Bau von Kläranlagen. Der Bereich der nachhaltigen Ressourcennutzung und erneuerbaren Energien sowie der gesamte Wassersektor sind wenig entwickelt und bieten viel Potenzial für zukünftige Entwicklung. Urbane Wassereinzugsgebiete bedürfen dringend des Schutzes vor Verschmutzung, da Abwässer aus der Industrie, aber auch aus Siedlungsgebieten, zurzeit ohne Reinigung in Gewässer abgeleitet werden. Im landwirtschaftlichen Sektor Nicaraguas besteht weiter Potenzial zur Nutzung von Biogas.

2014 eröffnete BORDA ein Koordinationsbüro an der Universidad Nacional de Ingenieria (UNI) in Managua. In Kooperation mit der Universidad La Salle (ULSA) der UNI, der Stadt León sowie der Stadt Hamburg und Engagement Global arbeitet BORDA an einem integrierten Konzept für den Schutz des Wassereinzugsgebietes des Rio Chiquito. Das Vorhaben beinhaltet die Sanierung des städtischen Schlachthofes der Stadt León, der ein Hauptverschmutzer der örtlichen Gewässer ist. Die vorhandene Infrastruktur wird saniert und ein nachhaltiges Abfall- und Abwassermanagement eingeführt. Hierzu zählen, neben neuen Schlachtverfahren, eine Kleinkläranlage, die energetische Nutzung der organischen Reststoffe (Biogas) sowie deren Endnutzung zur innerstädtischen, landwirtschaftlichen Produktion. Das Vorhaben am Schlachthof dient als Lehrmodul für Studierende verschiedenster Umwelt- und Ingenieursfachbereiche und zeigt am praktischen Beispiel umweltfreundliche Produktionsmöglichkeiten auf. Zudem soll dieses praktische Beispiel der Eliminierung von Einleiterschmutzfrachten den Einstieg in die Erstellung einer pragmatischen Umweltschutzstrategie für das gesamte Wassereinzugsgebiet erleichtern.