Indonesien

Mit über 230 Millionen Menschen ist Indonesien eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Besonders in den dichtbesiedelten städtischen Armutsvierteln Westindonesiens fehlt es an ausreichender sanitärer Grundversorgung mit entsprechendem Abwasser- und Abfallmanagement. Die vergleichsweise hohe Kindersterblichkeit in Indonesien ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen.

Schon seit Mitte der 1980er Jahre im Lande aktiv, arbeitet BORDA derzeit mit den drei lokalen Partnerorganisationen BEST, LPTP und AKSANSI im Abwasser- und Abfallmanagement zusammen. Ein Großteil der Projekte wird auf der bevölkerungsreichen Insel Java umgesetzt, aber auch auf Sumatra, Sulawesi und den besonders strukturschwachen östlichen Inselgruppen sind die Partnerorganisationen aktiv.

Einen Schwerpunkt der Arbeit bildet die Bereitstellung und Qualitätssicherung von dezentralem Abwassermanagement mit und für Menschen in städtischen Armutsvierteln.Mittlerweile wurden über 700 Projekte der indonesischen BORDA Partner zur dezentralen Abwasserbehandlung in Betrieb genommen. Auch Krankenhäuser, Schulen und kleine Betriebe werden von BORDA und den Partnerorganisationen beim Abwassermanagement und der nachhaltigen Nutzung von Biogas unterstützt.

Da die Umwelt und die öffentliche Gesundheit nicht nur durch Abwässer sondern auch durch Abfälle gefährdet wird, hat BORDA gemeinsam mit den lokalen Partnern seit 2003 Projekte zum dezentralen Abfallmanagement in Verbindung mit Kompost- und Recyclinghöfen umgesetzt. Zusammen mit der deutschen Klimaschutzorganisation atmosfair hat BORDA 2014 die Zertifizierung nach dem CDM-Gold-Standard erreicht: Die aerobe Kompostierung von organischem Hausmüll sowie die Reduzierung der Müllmenge zielt auch auf die Vermeidung von klimaschädlichem Methanausstoß. In einem aktuellen Projekt kompensieren 15 Recyclinghöfe den Ausstoß von 5.000 t CO2-Äquivalenten pro Jahr.

Durch die Ausbildung lokaler Fachkräfte, Maßnahmen zur Qualitätssicherung, ein regelmäßiges Monitoring der Dienstleistung rund um die eingerichtete Infrastruktur sowie die begleitende Forschung zu technischen und institutionellen Aspekten leistet BORDA einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung des dezentralen Abwasser- und Abfallmanagements in Indonesien.

Kambodscha

Kambodscha zählt zu den weltweit ärmsten Ländern. Ver-und Entsorgungsinfrastruktur und das Gesundheitswesen sind nur sehr unzureichend entwickelt, was in Verbindung mit schlechten hygienischen Bedingungen zu hohen Infektionsraten der Menschen führt. 20,5% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze und nur 29% haben Zugang zu angemessener sanitärer Grundversorgung.

ESC-BORDA Cambodia setzt dezentrale Abwasserlösungen für Krankenhäuser sowie kleine und mittlere Unternehmen um, damit Abwässer nicht ungereinigt in Gewässer gelangen und die öffentliche Gesundheit gefährden.Bei einer Bevölkerung von 15 Millionen Einwohnern gibt es in Kambodscha über 3 Millionen Schülerinnen und Schüler. Nur 32% der Schulen besitzen Toiletten, die meist zudem in schlechtem Zustand sind.In knapp 50% aller Schulen gibt es gar keine Wasserversorgung. Mangelnde Hygiene und eine hohe Rate an Krankheiten, allen voran Durchfallerkrankungen, sind die Folge. Mit der Durchführung spezieller „School Based Sanitation“ (SBS) Projekte ermöglicht ESC-BORDA Cambodia den Zugang zu hygienischen Schultoiletten inklusive Abwasserbehandlung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Gesundheit, Reduzierung der Zahl der Fehltage und Verankerung eines Umwelt- und Hygienebewusstseins unter den Schülerinnen und Schülern. Besonders für Schülerinnen ist der Zugang zu sicheren Toiletten wichtig, da viele Mädchen die Schule abbrechen, wenn aufgrund fehlender oder unzureichender Schultoiletten die Hygiene während der Menstruation nicht gewährleistet werden kann. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport wurde seit 2009 in Projektschulen die Sanitärversorgung durch einen ganzheitlichen Ansatz verbessert. Kern der Intervention ist die Verbesserung der sanitären Infrastruktur mit kindergerechten Toiletten und einer DEWATS Anlage sowie ihre sachgemäße Benutzung und Wartung. Das Projekt beinhaltet neben der technischen Komponenten auch den Aufbau von schulinterne Management-Strukturen für die Toiletten und DEWATS-Anlagen sowie die Förderung von Gesundheits- und Hygieneunterricht. Um noch mehr Schulen mit „School Based Sanitation“ zu erreichen, kooperiert ESC-BORDA seit einigen Jahren mit UNICEF.

Schulbildung ist wichtig und Schule darf nicht krank machen. Spenden zur Unterstützung von School Based Sanitation für Schulen in Kambodscha sind nötig und willkommen!

Helfen & Spenden

Laos

Das kleine südostasiatische Land Laos mit seinen etwa 7 Millionen Menschen gilt als eines der am wenigsten entwickelten Ländern Asiens. Die Bemühungen der Regierung, unterstützt von internationalen und nationalen Organisationen, bringen Laos jedoch auf einen zunehmend nachhaltigen Pfad der Entwicklung. Rohstoffreichtum trägt zu einem stetigen Wirtschaftswachstum von durchschnittlich mehr als sieben Prozent bei. Die damit verbundene Minderung der Armut bringt Laos auf Kurs für die langfristige Vision: bis 2020 die Gruppe der 48 von den Vereinten Nationen als „Least Developed Country“ eingestuften Länder zu verlassen.

Seit 2006 ist BORDA mit lokalen NGOs in den Bereichen Wasserversorgung und Abwasserbehandlung aktiv. Mit einem eigenen Projektbüro ist BORDA-Laos seit Februar 2011 dort vertreten. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bau und Verkehr werden dezentrale Lösungen für kommunales Abwassermanagement entwickelt und eingeführt.Der gemeinsame Aktionsplan zielt auf die Verbesserung der sanitären Grundversorgung in Schulen und Wohngebieten ab.

Dabei werden Bauwirtschaft, Hochschulen, Verwaltung und Zivilgesellschaft beim Aufbau institutioneller Kapazi­täten unterstützt, etwa durch Fortbildungen zu Planung, Bau und rechtlichen Rahmenbedingungen dezentraler Abwasserbehandlungssysteme. Ebenso werden Anforderungen der Qualitätssicherung bei Bauleitung, Betriebs- und Instandhaltungsmanagement sowie Aspekte der Wirkungsbeobachtung und Erfolgskontrolle vermittelt.

Myanmar

Myanmar ist mit etwa 60 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ein politisch und ökonomisch bedeutendes Land Südostasiens. Nach Jahrzehnten politischer und wirtschaftlicher Isolation befindet sich das Land seit 2011 im Umbruch.Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, die Infrastruktur ist noch stark verbesserungswürdig.

Myanmar ist aber auch das Land mit der größten biologischen Vielfalt an Arten und Pflanzen in Südostasien, besitzt allerdings erst seit 2012 ein Umweltschutzgesetz und mit der Öffnung des Landes ist auch eine verstärkte Umweltzerstörung zu befürchten.

BORDA ist in Myanmar seit 2012 aktiv mit Fokus auf die Städte Yangon, Nay Pyi Taw und Mandalay. Seitdem wurden Netzwerke mit lokalen und internationalen Organisationen, Fachkräften und politischen Akteuren aufgebaut und Machbarkeitsstudien für Abwassermanagement-Projekte durchgeführt. Lokale Regierungsvertreterinnen und -vertreter und Fachkräfte der Wasserwirtschaft haben in Indien und Indonesien an Konferenzen und Trainings teilgenommen. 2013 fand der erste nationale BORDA DEWATS Workshop für lokale Regierungen und Fachkräfte aus lokalen und internationalen Organisationen in Yangon statt.

2014 wurde das BORDA-Büro in Myanmar aufgebaut und die ersten DEWATS Pilotprojekte für Schulen, Armensiedlungen und kleine Unternehmen werden in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Regierung und Organisationen vor Ort realisiert.

Philippinen

Die Philippinen mit fast 100 Millionen Einwohnern weisen seit der Jahrtausendwende eine sehr positive wirtschaftliche Entwicklung auf. Dennoch lebt fast ein Viertel der Bevölkerung unterhalb der nationalen Armutsgrenze, ein Drittel arbeitet im landwirtschaftlichen Sektor, häufig als Selbstversorger. Die Kinder- und Müttersterblichkeit ist hoch. Mit den fast 7000 Inseln gehören die Philippinen außerdem zu den artenreichsten Ökosystemen der Welt, die Natur wurde im Zuge der Industrialisierung allerdings stark verschmutzt und ausgebeutet.Auf den Philippinen kooperiert BORDA seit 2005 mit der Organisation Basic Needs Services (BNS) Philippines.

BNS führt Projekte zur Armutsbekämpfung, dem Schutz der natürlichen Ressourcen und dem Umweltschutz durch. In mehreren Regionen arbeitet BNS Philippines eng mit Lokalregierungen zusammen, um öffentliche Einrichtungen wie Märkte, Schulen oder Universitäten mit DEWATS-Anlagen zu versorgen. Um vor Ort effektiv arbeiten zu können, hat BNS Philippines in Dumaguete in den Visayas und in Iloilo auf der Insel Panay Vertretungen eingerichtet. Die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen beim nachhaltigen Abwassermanagement ist ein weiterer Schwerpunkt.

Im „Fit for School“ Programm der GIZ bringt BNS Philippines technisches Fachwissen ein für die sanitäre Grundversorgung an philippinischen Schulen.

 

Vietnam

Vietnam, mit etwa 90 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, hat sich nach der Asienkrise in den 1990er Jahren erholt und erlebt nach Reformen und dem Beitritt zur WTO einen Wirtschaftsaufschwung.Doch die guten Wirtschaftszahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr noch über 20.000 Menschen an verschmutztem Wasser sowie unzureichender Sanitärversorgung und Hygiene sterben.Die Hälfte aller übertragbaren Krankheiten im Land sind auf mangelnde Sanitärversorgung und Hygiene zurückzuführen.

Seit 2001 ist BORDA mit einem eigenen Büro in Vietnam aktiv und kooperiert seit 2008 eng mit dem Center for Training and International Cooperation (CTIC) der Vietnam Academy for Water Resources (VAWR). BORDA koordiniert die Konzeption von DEWATS-Projekten in städtischen und kleinstädtischen Gebieten.In Vietnam haben etwa 20 Millionen Kinder keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung. Nur 73% der Schulen haben überhaupt Latrinen, weniger als die Hälfte davon genügen nationalen Standards. BORDA Vietnam klärt über Hygienemaßnahmen auf und bietet Lösungen für eine ganzheitliche Sanitärversorgung in Schulen an.

Ein weiterer Punkt sind kleine Unternehmen der Lebensmittelproduktion. Sie sind wichtig für die Entwicklung des Landes, doch ihre ungereinigten Abwässer gefährden die umliegenden Siedlungen und die Umwelt. Daher installiert BORDA in so genannten „craft villages“, in welchen auf engem Raum stark wasserverschmutzende Klein-Unternehmen Produkte wie Nudeln, Tofu oder Fleischprodukte herstellen, DEWATS-Systeme, mit denen Abwässer gereinigt und saubere Energie gewonnen werden können.