Welche Bedeutung haben Forschung und Entwicklung für BORDA?

Der Name unserer Organisation verrät es: Forschung und Entwicklung (Research & Development) waren schon bei der Gründung ein ureigenes Thema von BORDA.Gemeinsam mit Universitäten und Forschungsinstituten entwickelt BORDA innovative und zukunftsorientierte Konzepte für die Herausforderungen wachsender Städte mit unterversorgten Armenvierteln.

Darüber hinaus kooperiert BORDA mit Hochschulen. Wir unterstützen Nachwuchswissenschaftler/innen durch die Vergabe von Themen und Stipendien, die in Forschungsprojekten bearbeitet werden können, im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten oder mehrjährigen Promotionsvorhaben.

Als technische Fachorganisation betreiben wir aktiv Forschung mit direktem Bezug zu Umwelt- und Ressourcenschutz sowie kommunaler Daseinsvorsorge. Außerdem wollen wir das Zusammenspiel von wissenschaftlicher Grundlagenforschung und praxis-orientierten Lösungen verbessern. So können unsere Projekte dazu beitragen, Expertenwissen zu vertiefen und eine Brücke zu schlagen zwischen Universitäten, Forschungs-Institutionen und der praktischen Umsetzung vor Ort. Schließlich beteiligen wir uns an internationalen Events wie der jährlichen Weltwasserwoche in Stockholm und anderen Konferenzen im WASH-Sektor (Water, Sanitation, Hygiene), um unsere Praxis-Erfahrung und unser Wissen zu verbreiten.

Unser interdisziplinäres R&D-Team konzipiert und koordiniert weltweit unsere Forschungsaktivitäten, baut durch wissenschaftlichen Austausch lokale Kapazitäten auf, entwickelt Qualitätskontrollsysteme für Laborabläufe in unseren regionalen Zentren und beteiligt sich an bzw. erstellt wissenschaftliche Publikationen. Zurzeit besteht unser Team aus etwa einem Dutzend Umwelt-, Bau- und Prozess-Ingenieuren, Ingenieuren der Siedlungswasserwirtschaft, Biotechnologen, Ökologen und Agrar- sowie Sozialwissenschaftlern.

 

Forschung

Ein Schwerpunkt unserer Forschung hat das verbesserte Verständnis von (ingenieurs-) technischen und biologischen Prozessen von dezentralen Abwasseraufbereitungsanlagen zum Thema. Beispiele dafür sind Forschungsvorhaben zu anaerober Gärung von Fäkalschlämmen oder zu den verschiedenen Behandlungsprozessen von Abwasser unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen. Die Entwicklung oder Anwendung geeigneter analytischer Methoden sind die Grundvoraussetzung, um qualitativ gute und aussagekräftige Daten zu generieren. Oftmals werden spezifische Forschungsvorhaben durch Langzeitdaten unterschiedlicher Anlagen gestützt, die unsere Teams weltweit vor Ort erfassen. Diese Ergebnisse nutzen wir, um Design-Parameter unserer Anlagen zu optimieren bzw. diese den Erkenntnissen aus unseren Monitoring- und Evaluationsprogrammen gegenüberzustellen (Download Factsheet SBS). Gemeinsam ist all unseren Forschungsvorhaben die Weiterentwicklung dezentraler Abwasseraufbereitungsanlagen, um in der aktuellen globalen Wasser- und Abwasser-Krise erprobte technische Alternativen zu bieten.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die interdisziplinäre Forschung an technischen und sozio-ökonomischen Aspekten für ganzheitliches Klärschlamm-Management (engl. Faecal Sludge Management) in nicht oder nur schwach erschlossenen Stadtbezirken – als Teil innovativer Stadtplanung. In diesem Zusammenhang wird besonders an unseren Standorten Bangalore (Indien) und Daressalam (Tansania) geforscht. Gleichermaßen ist interdisziplinäre Forschung zum Thema „Eine Welt ohne Hunger“ wesentlicher Bestandteil unserer Aktivitäten in Lateinamerika, Süd- und Südostasien. Kreislaufnutzung und „Re-use“-Aspekte bezogen auf Bewässerung und landwirtschaftliche Praktiken stehen im Fokus dieser Aktivitäten. (Download Factsheet SEWoH)

Zu guter Letzt, Forschungsaktivitäten zum so genannten „Enabling Environment“. Die sozio-ökonomischen Umstände benachteiligter Bevölkerungsschichten beeinflussen maßgeblich deren Partizipation und Akzeptanz unserer Projekte und dementsprechend auch den Erfolg von Betrieb und Wartung (engl. Operation & Maintenance) dezentraler Abwasseraufbereitungsanlagen vor Ort. Ein verbessertes Verständnis sowie die Identifizierung der wichtigsten beeinflussenden Faktoren und deren Steuerung hat das folgende Forschungsprojekt zum Ziel. (Download Factsheet Adras)Aufgrund der verschiedenen umweltbezogenen, klimatischen und sozio-ökonischen Einflussfaktoren unserer Arbeit entwickelt sich Interdisziplinarität zum zentralen Bestandteil sämtlicher Forschungsvorhaben.

 

Entwicklung

Neben den oben genannten Forschungsaktivitäten beschäftigt sich unser R&D-Team zusammen mit unseren Ingenieuren mit der Entwicklung neuer oder der Weiterentwicklung bereits bewährter dezentraler Technologie-Lösungen. Aktuelle Forschungsprojekte sind die Entwicklung eines verbesserten Systems zur Abwasser- und Regenwasser-Ableitung (Download Factsheet SWD) und die Umsetzung eines zusätzlichen Behandlungs-Schritts in der Sauerstoffanreicherung von Abwasser anhand der Vortex Technologie.

Entwicklung geht bei BORDA oftmals Hand in Hand mit angewandter Forschung. Als Beispiel das Klärschlamm-Management als Teil innovativer Stadtplanung: Die Auswahl geeigneter Schlamm-Pumpverfahren ist in starkem Maße abhängig von Schlammcharakteristiken. Diese sind wiederum stark abhängig von sozio-ökonomischen Faktoren und Ernährungsgewohnheiten der betreffenden Bevölkerungsgruppen. Ziel der Forschung ist in diesem Fall das Zusammenspiel dieser verschiedenen Faktoren zu erkennen und in die Entwicklung geeigneter Technologie-Lösungen zu integrieren.

Da BORDA vor allem in den Entwicklungsländern und in Städten mit oftmals schwierigen strukturellen Bedingungen tätig ist, geht jegliche Produktentwicklung mit bewiesener Anwendbarkeit der Technologie unter realen Bedingungen, und dem Potential, neue Produkte für die regionalen Märkte erschließen zu können, einher.

Kooperationspartner

randd-web

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Projektpartner

AiT – Afghan Institute of Technology, Kabul, Afghanistan
AIT – Asian Institute of Technology, Bangkok, Thailand
ATVI – Afghan Technical vocational Institute, Kabul, Afghanistan
CDD – Consortium for DEWATS Dissemination Society, Bangalore, Indien
CPM – Centre Père Michel, Bamako, Mali
DUT – Durban University of Technology, Südafrika
FSF – Formation sans Frontières, Bamako, Mali
IHI – Ifakara Health Institute, Daressalaam, Tansania
IIT Madras – Indian Institute of Technology, Madras, Indien
Instiper – Institut Pertanian Stiper, Jogjakarta, Indonesien
ITC – Institut de technologie du Cambodge, Pnom Penh, Kambodscha
NMAIST – The Nelson Mandela African Institution of Science and Technology, Arusha, Tansania
UAS – University for Agricultural Sciences, Bangalore, Indien
UDSM – University of Daressalam, Daressalaam, Tansania
ULSA – Universidad La Salle, Léon, Nicaragua
Umeå – University, Umeå, Schweden
UNI – Universidad Nacional de Ingenieria, Managua, Nicaragua
VAWR – Vietnamese Academy of Water resources, Vietnam

Strategische Partner

AIT – Asian Institute of Technology, Bangkok, Thailand
BMGF – Bill and Melinda Gates Foundation, Seattle, US
Eawag – Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz, Zürich, Schweiz
HCU – HafenCity Universität Hamburg, Deutschland
ISF – Institute for Sustainable Futures, Sydney, Australien
TCD – University of Dublin / Trinity College Dublin, Nordirland
TUD – Technische Universität Dresden, Deutschland
UKZN – University of Kwa-Zulu Natal, Durban, Südafrika

Finanzierungspartner

BMGF – Bill and Melinda Gates Foundation, US
HB
– Bremische Entwicklungszusammenarbeit, Land Bremen
BMZ – Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Deutschland
EU – Europäische Kommission
GIZ – Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Deutschland

 

 

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